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Fischorden

Der Fischorden und seine Geschichte

niedergeschrieben von Thomas Justus

Der Fischorden wird jedes Jahr beim Heringsessen, also am Aschermittwoch von den Kanonieren an eine Person verliehen, die während der Kampagne durch eine oder mehrere Tollpatschigkeiten aufgefallen ist.

Zum Fischorden selbst:

Ist er in seiner Beschaffung wenig kosten-, und in seiner Herstellung wenig zeitaufwendig, verfehlt er jedoch nie seinen Bestimmungszweck.

Man benötigt eine Weißblechdose deren Inhalt aus Fisch bestehen sollte, was sich eigentlich vom Namen her selbst erklärt. Herstellermarke und Form sind zweitrangig ( Havesta, oder andere Firmen ) ebenso die Geschmacksrichtung der Soße, welche den Fisch umgibt ( Tomate, Dill, Curry etc. ), sie obliegt dem jeweiligen Käufer.

Wichtig ist aber eine Öse an besagter Dose, muss doch das Ordensband Halt finden.
Letzteres sollte weiss, grün oder grünweiss sein.

Die Idee:

Es begann an einem Rosenmontag, an einem der Ersten mit einer Rosenmontagkostümsitzung.
Wir Kanoniere waren gefragt eine tänzerische Darbietung zu stellen, an der sich das hochgeschätzte Publikum aufs Närrischste ergötzen sollte.

So kam es, dass  wir einen Marsch einstudierten, der den sinnigen Namen “Gruß an Kiel” trug.
Integriert in diese Formation war eine Hebefigur mit dem Namen “Der Fisch”, dargeboten von unserer liebreizenden Susanne Riener und unserem Muskelmann Thomas Nestler; beide Akteure waren für diese Aktion geradezu füreinander geschaffen.

Der Auftritt verlief wie nicht anders zu erwarten sehr erfolgreich, was blieb war ab sofort die stete Erinnerung an o. g. nahezu artistische Meisterleistung des Gespanns Riener / Nestler.

Natürlich wurden Ermittlungen zu diesem Bericht  geführt, welche zu Tage brachten, dass es Alexandra Lukas war, die die ausgewählte Fischdose mit einem handbemalten Aufkleber versah und einer Kopie des aktuellen Vereinsordens, so dass der erste Fischorden entstand.(siehe Bild)

Somit waren die ersten Träger des Fischordens ins Leben gerufen.

Ab sofort waren wir Kanoniere wachsam mit Luchsohren und Adleraugen, ständig am Beobachten, wem während der Faschingszeit ein Missgeschick widerfährt oder wer eine nette Anekdote erzählt.

So kam es bis zum heutigen Tag zu folgenden Personen, denen die Ehre zuteil wurde, im Zuge des Heringsessens nach Vorne gebeten zu werden und denen der Hals mit dem Orden des Fisches behängt wurde:

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Der erste Fischorden 1998

1999
Andreas Friedrich
, dem es gelang unter Einsatz all seiner Kräfte und Überzeugungsarbeit 2 Mädchen zum Bleiben und Treffen in der Sektbar zu veranlassen.

2000
Herrmann Petri
, der wohl auch als “DJ Hermy” in die Geschichte der KGE eingehen wird, dafür, dass er eine Veranstaltung vom Podium aus mit unzähligen CDs zu einer rauschenden Ballnacht werden liess.

2001
Frank Taulin
, auch als “Mr Oneshoe” bekannt, verlor er doch aus welchen Gründen auch immer nach einer Sitzung in Königshofen einen seiner schwarzen Elferratsoutfitschuhe. Gefunden wurde dieser nicht mehr.

2002
Joachim Jaxt
, der es zu sportlichen Meisterleistungen brachte, surfte er doch göttlich wie ein Californiaboy im Saal der Narrhalla auf einem Tisch.

2003
Heiner Keim
und Dieter Becker 2 Urgesteine der Egelsbacher Fastnacht, Mitglieder der Gesangsgruppe “Die Parrebachstelzen”, behakten sie sich im Foyer während des Einlasses verbal aber mit aller Härte, wie es sich für gestandene Männer so gehört, wegen 2 Eintrittskarten, die  Heinz Keim einem befreundeten Ehepaar kurzfristig zusagte, während seines Telefonates jedoch von Dieter Becker an der Abendkasse verkauft wurden.

2004
Georg Lorenz
, aufs niederträchtigste gepeinigt und erniedrigt noch dazu von seinem Beimann, dem 2. Kassierer der KGE Andreas Friedrich, welcher die Dreistigkeit besaß, ein mit Zettel versehenes, im Safe befindliches Leberwurstbrötchen (“Dieses Brötchen gehört Georg Lorenz”) gegen ein angebissenes, halbvertrocknetes Stück Käsekuchen auszutauschen.

2005
Marc Dressendörfer
, Kamerad und an der 1.Fremdensitzung erstmalig als Standartenträger eingesetzt, gelang es ihm beim Ausmarsch mit besagtem Gerät bereits zu Beginn der Fremdensitzung den vorderen Luftballonkorb zu öffnen, so dass die bunten Objekte früher als erwartet auf das Publikum regneten.

2006
Michael Lama
, Schlüsselverlierer ersten Ranges, der es mit seiner Frau Birgit an einem Tag schaffte gleich mehrmals den Haustürschlüssel zu verlegen, innen stecken zu lassen oder ähnliches und in das eigene Haus einbrechen musste.

2007
Thomas Müller
, warum unser Prinz diesen tollen Orden verdient hat, erfahrt in einigen Tagen!

Soviel zur Entstehungsgeschichte unseres Fischordens, der nun in eine neue Runde startet, denn die Saison, die 5. Jahreszeit hat begonnen, und wir sind in Stellung.

Wie sagte unser Chef letztlich in trauter Runde: “Petzen ist angesagt”, was bedeuten soll: Unsere Augen und Ohren sind überall.

Natürlich, und bitte verstehen Sie uns nicht falsch, denunzieren und verraten sind in unseren grünweissen Reihen nicht erwünscht und werden auch nicht stattfinden, es handelt sich bei unseren Aktionen lediglich um einen Spaß, und so soll es auch bleiben gemäß dem Spruch:

Flirten und lästern versüßt das Leben”.

Bleibt noch, Ihnen eine schöne und närrische Zeit zu wünschen, wir werden wie all die Jahre unter Geböll und unter Pulverdampf aufmarschieren und damit als Kanoniere der KGE unserem Namen gerecht werden.

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